… ein Monat …

2008 Juni 26
by eviegirl

… Finn Laurin.

Mein lieber Schatz,

gerade liegst Du hier neben mir auf dem Sofa und schläfst tief und fest. Die Arme weit von Dir gestreckt, den Schnuller fest im Mund (den klau ich Dir gleich, es ist einfach zu süß, wenn Du weiterschnullerst, obwohl da gar nichts mehr zum schnullern ist), die Beine leicht angewinkelt und Du schnarchst.

Seit Du da bist hat sich unser Leben komplett verändert. Schon an dem Tag, als wir Dich endlich von der Kinderintensivstation mit nach Hause nehmen konnten und Du zuhause eingezogen bist. Überall in der Wohnung sind nun Deine Sachen verstreut, an allen Zimmern der Wohnung kann man erkennen, dass Du unser Leben komplett auf den Kopf stellst.

Inzwischen schläfst Du abends / nachts meist zwischen 6 und 7 Stunden, tagsüber bist Du manchmal über Stunden wach, guckst neugierig in der Welt rum, schmust mit Papa oder mir. Und ich bin glücklich darüber, weil Du satt und zufrieden bist und mir das Gefühl gibst, Dir gerecht werden zu können. Es pendelt sich so langsam alles ein bei uns. Auch wenn Du diese Abläufe auch gerne mal selbst über den Haufen wirfst, das macht überhaupt nichts.

Ich habe immer noch Angst um Dich, Angst wegen Deines Herzfehlers, Angst, dass die Ärzte bei den Untersuchungen noch etwas finden, Angst, dass Dir irgendwas passieren könnte. Aber das ist normal, schließlich bin ich Deine Mama. Daran muss ich mich erst noch gewöhnen, ich bin eine Mama.

Wir haben so unsere Schwierigkeiten gehabt am Anfang, das Stillen wollte nicht so richtig klappen und so ganz glücklich bin ich dabei und damit auch immer noch nicht. Die Eingewöhnung hier zu Hause fiel mir sehr schwer, besonders das Alleinsein mit Dir. Aber inzwischen schaffe ich auch mal einen Tag, an dem ich nicht heule…

Ich liebe Dich völlig bedingungslos, auch wenn Du morgens um 05:30 Uhr dermaßen in die Windel pupst, dass ich Dich waschen und komplett umziehen muss und im Anschluss noch Wäsche mit der Hand vorbehandeln muss. Egal. Das gehört dazu und ich weiß, wofür ich es mache. Für Dich. Ich würde alles für Dich tun…

Ich freu mich auf jeden neuen Tag mit Dir, es ist immer wieder ein Abenteuer. Ich möchte Dir noch so viel sagen, Dir so viel erzählen. Aber dafür, mein Schatz, haben wir noch ein ganzes gemeinsames Leben Zeit.

Ich hab Dich unendlich doll bis zum Mond und wieder zurück lieb.

Deine Mama

  1. 2008 Juni 26

    Haaach *seufz*… Einfach nur schön… Ich kann genau spüren, was Du meinst, Evie! ;-) Und siehst Du: Es pendelt sich alles ein… jeden Tag mehr und immer besser. :mrgreen:

  2. 2008 Juni 26

    Du sprichst mir aus der Seele. Mir gings genau so – aber glaube mir – in ein paar Wochen bist Du echt erstaunt, wie routiniert alles läuft. Das mit dem über den Haufen werfen wird auch weniger. Und zum Thema stillen, werde ich gleich mal was posten. Ich bin echt froh, dass in div. Blogs jetzt lesen konnte, dass das Stillen keineswegs immer so doll klappt. Ich fühlte mich nämlich wie ein kompletter Versager, als ich nach 3 1/2 Monaten abgestillt hab.

  3. 2008 Juni 27

    Da kniepert es ganz arg in meinen Augen, da ich deine GEfühle ja inzwischen im Doppelpack nachvollziehen kann.
    Ganz ganz toll geschrieben!
    Du machst das alles ganz wunderbar und ich bin (unbekannterweise) sehr stolz auf dich!Ihr habt einen ganz süßen Kern „hinbekommen“ und man merkt in jeder deiner Zeilen, wie sehr er geliebt wird!Und das ist das Wichtigste!!!!

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