… müssen wir es in den nächsten Tagen und Wochen angehen lassen. Der Kleine braucht uns im Moment so sehr und er braucht so sehr sein gewohntes Umfeld und seinen Alltag inklusive unserer Routine. Die letzten Wochen, der Besuch meiner Schwester mit meinem Neffen und die Fahrt zu ihr nach Hause (da meine Mutter krank geworden ist, habe ich meine Schwester nach Hause gefahren, habe 2 Tage drangehängt und bin dann mit dem Zwerg allein nach Hause gefahren) haben den Kleinen sehr aus der Bahn geworfen.
Dazu kommt, dass zuverlässig auch in Jahr vor seinem Geburtstag eine schwierige Phase durchmacht, hatten wir schon vor dem ersten und dem zweiten Geburtstag und so ist das auch in diesem Jahr nicht anders. Er braucht unwahrscheinlich viel Körperkontakt und Aufmerksamkeit. Seit letzter Woche stottert er ganz ganz schlimm, manchmal bekommt er kaum einen Satz gerade raus. Aus allem, was ich gelesen hab, ist das völlig normal, eine Reaktion auf den Streß der letzten 3 Wochen in Kombination mit einem Entwicklungsschub.
Aber: Es ist anstrengend. Ich will und darf ihm nicht zeigen, dass er etwas falsch macht, gleichzeitig fällt es mir schwer, so zu tun als wäre nichts. Es ist schwierig, er merkt selbst, dass was nicht in Ordnung ist.
Durch den Besuch meiner Schwester und meines Neffen hat er dann auch noch einen kleinen Schritt zurück gemacht in der Entwicklung, hat ständig die Hände im Mund zum Beispiel. Das hatte er vorher überhaupt. Mein Neffe ist 11 Monate alt, da ist es natürlich, dass es so ist. Unsere Nächte sind anstrengend, mein Kind, das immer schlief, wird nunmehr dauernd wach und ruft nach mir. Es passt in unsere Situation, aber es bringt mich auch an meine Grenzen, meinen knapp 3 Jahren alten Kind nachts um 2:27 Uhr erklären zu müssen, dass jetzt Schlafenszeit ist. Mein Neffe schläft sehr schlecht, wird nachts dauernd wach und macht Theater (ich hatte schon mal davon erzählt). Und da mein Sohn das natürlich mitbekommt, erzählt er mir gerne mitten in der Nacht, sein Cousin würde schließlich nachts auch immer Theater machen, da dürfte er das auch.
Und so geht es weiter. Ich könnte noch so viele Geschichten erzählen. Es ist halt schwierig im Moment, ich bin dankbar, dass das lange Osterwochenende vor der Tür steht und wir vielleicht einfach etwas zu Ruhe kommen. Hier fließen viel zu viele Tränen in der letzten Zeit, ich bin ziemlich geschafft von allem.
Trotz der ganzen Probleme bin ich im Moment so glücklich. Meine Ehe, die schon zu Ende war, die gescheitert und beendet war, hat sich blendend erholt und ich bin glücklicher als je zuvor mit meinem Mann. Ich bin so dankbar, dass ich ihn an meiner Seite hab und ich bin stolz, dass wir es geschafft haben und uns nicht unterkriegen lassen.
Mein Sohn ist wirklich wundervoll, er kann das komplette ABC, sprechen und singen, er kann locker bis 15 zählen und was der so alles kennt und erkennt, was er alles weiß, was er alles spricht und in Sätze packt ist einfach nur unvorstellbar. Und: Er ist das total Draußen-Kind geworden, wann immer es geht, raus an die frische Luft, Garten, Spielplatz, Sandkiste, Dreiradfahren – Hauptsache raus. Vor einem Jahr noch unvorstellbar ist es heute einfach normal. Er hat seine L-E-G-O-Steine entdeckt und ich strahle vor Glück, meine beiden Männer sitzen vor mir auf dem Fußboden und spielen mit der L-E-G-O-Eisenbahn.
Wir haben so viele Pläne und Ziele, die wir erreichen wollen, aber die müssen erstmal ein bisschen warten, erstmal müssen wir zur Ruhe kommen. Aber ich weiß, wir schaffen es. Und ich freue mich unendlich darauf, die Welt mit den beiden Menschen zu erobern, die mir im Leben am wichtigsten sind, meine Männer.