… seit ich Mutter bin (davor wahrscheinlich auch schon, da ist es mir nur nicht so aufgefallen), höre ich in Bezug auf 1.000 verschiedene Themen 100.000 verschiedene Meinungen.
Der eine sagt das, der andere meint dies und der Dritte im Bunde sagt was ganz anderes. Und warum? Meine Meinung zu dem Thema ist schlicht ergreifend: Weil man nichts pauschalieren kann. Weil eben jede Familie anders ist.
Zum Beispiel:
Klar, Stillen ist das Beste fürs Kind. Ohne Zweifel, auch ich habe gestillt. Aber wenn eine Mutter da sitzt und jedes Mal schon fast weinen muss, weil sie damit einfach nicht klar kommt, ihr Kind zu stillen und es für sie nur Zwang ist, “weil man das nunmal so macht”, dann kann es nicht richtig sein. Und wenn sie dann abstillt, sich aber von anderen anhören muss, “wie kannst Du bloß?”, dann frage ich mich, was daran richtig ist.
Andere Mütter gucken mich immer fragend an, wenn ich sage, dass ich 3 Jahre zuhause bei meinem Kind war. Für mich war es die reinste Selbstverständlichkeit. Aber ich respektiere jede andere Mutter, die ihr Kind früher in den Kindergarten gibt. Egal, ob es sein muss oder weil sie möchte. Nur weil ich 3 Jahre zuhause war, heißt das doch noch lange nicht, dass dieser Weg auch für andere auch richtig ist. Das muss doch jeder selbst wissen.
Da gibt es Mütter, die sagen, man muss mit 3 Monaten mit der Erziehung anfangen und dem Kind Benehmen beibringen und es gibt Mütter, die nehmen ihr Kind noch mit 2 Jahren bei jedem, aber auch wirklich jedem kleinen bittenden Tönchen auf den Arm.
Es gibt Familien, die kaufen nur noch Bio-Lebensmittel und andere Familiene, die kaufen nur beim Discounter.
Und für solche Situationen könnte ich aus dem Stand ohne Nachzudenken noch 1.000.000 weitere Beispiele nennen.
Eben ging bei FB eine Diskussion los, warum mein Kind mit Stützrädern Fahrrad fahren lernt. (kurze Anmerkung: Der Sohnemann hat heute zum Kindergartenstart nächste Woche von Oma und Opa ein gebrauchtes Fahrrad inkl. Stützrädern und Helm bekommen!) Und warum er kein Laufrad hat. Und warum er nicht ohne Stützräder fahren lernt. Und darauf gibt es nur eine Antwort: Weil WIR das so entschieden haben.
Seit ich Mutter bin, habe ich sehr oft das Gefühl, dass man mir vorschreiben möchte, was ich zu tun und zu lassen habe, kurz: was richtig ist.
Aber es gibt für unsere Familie, für meinen Mann, meinen Sohn und für mich nur einen perfekten Weg und das ist UNSERER! WIR treffen die Entscheidungen. WIR bestimmen die Richtung. Ich will nicht sagen, dass alle unsere Lebensentscheidungen richtig und perfekt waren, sind und sein werde. Ich möchte nur sagen, dass WIR sie getroffen haben, weil sie UNS richtig erschienen. Ich lebe mein Leben nicht mehr nach den Meinungen anderer. Ich bin gerne bereit, sie mir anzuhören und zu überlegen, ob sie für mich richtig sind. Und wenn sie das nicht sind, erwarte ich schlicht und ergreifend, dass toleriert wird, dass wir uns anders entschieden haben.
So, wie ich jedem, der einen anderen Weg geht, Verständnis entgegenbringe. Ich muss doch nicht damit leben! Jeder muss sein Leben leben, da gibt es für mich inzwischen keine zwei Meinungen mehr.
Aber ich möchte, dass mir meine Meinung gelassen wird, das jemand auch mal zu mir sagt: “Ok, ich teile Deine Meinung zwar nicht, aber ich respektiere sie. Es ist eben Deine Meinung.” Und ich mich nicht ständig erklären muss, warum ich das so oder so entschieden habe.
Ich bin die Mutter, ich bin verantwortlich und ich entscheide. Und: Es gibt nur einen perfekten Weg und das ist der, der zur Familie passt.
Punkt.